Lexikon: Prolaktin

 

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Prolaktin (PRL) ist ein , das im Hypophyse|Hypophysenvorderlappen gebildet wird.


Funktion

Es stimuliert das Wachstum der Brustdrüse und führt zur Milchproduktion (Laktation) bei en. Prolaktin unterdrückt auch den Follikelsprung (Eisprung). (Beim Menschen ist diese keinesfalls verlässliche verhütende Wirkung abhängig von Dauer und Häufigkeit des Stillens.)

Prolactin löst bei Tierarten, die nicht ihre Jungen säugen, Brutpflegeverhalten aus und zwar sowohl bei Weibchen als auch bei Männchen, wenn sie an der Brutpflege beteiligt sind. Auch beim Menschen ist ein Anstieg des Prolactin-Spiegels beim Mann kurz vor der Geburt festzustellen, allerdings deutlich niedriger als bei den Müttern.

siehe auch: Handlungsbereitschaft

Produktion

Die Ausschüttung von Prolaktin wird durch Botenstoffe aus dem geregelt und erfolgt in einem zirkadian|zirkadianen d.h. Tag-Nacht-Rhythmus. Das Prolaktin-Releasing-Hormon fördert die Ausschüttung, hemmt sie. Frühmorgens sinkt der Prolaktinwert ab, nachts steigt er an.

Überproduktion

  • Der Prolaktinwert soll bestimmt werden
    • zur Abklärung von Zyklusstörungen bei der Frau.
    • bei einsetzendem Milchfluss bei der Frau unabhängig vom Stillen, immer bei Milchfluss aus der männlichen Brust.
    • immer vor der Operation eines Hypophysentumor|Tumors der Hypophyse, um ein Prolaktinom auszuschließen. Prolaktinome werden meist medikamentös und nicht operativ behandelt. Grosse Hypophysentumore (Makroadenome) werden oft durch die Nase operiert oder/und mit dem Gammaknife behandelt.
  • Ein erhöhter Prolaktinwert deutet auf verschiedene Störungen und Krankheiten hin. Man bezeichnet ihn als Hyperprolaktinämie
    • Normalwert: 2-25 ng/ml
    • "Graubereich": 25-200 ng/ml
      • Ein Prolaktinwert im Graubereich (25-200 ng/ml) wird festgestellt während der Stillphase, bei Schilddrüsenunterfunktion bei der Einnahme unterschiedlicher Medikamente (insbesondere Psychopharmaka), bei neurogenen(z.B.sicher erhöht nach epileptischen Anfällen) und psychiatrischen Störungen, Reizung von Thoraxnerven, z.B. bei Herpes zoster, Endometriose, akuten und chronischen physischen und psychischen Stresssituationen, in der Schwangerschaft, nach einem Orgasmus, nach intensiven Manipulationen der Brust, nach sehr eiweißhaltiger Nahrung und bei hohem Bierkonsum.
    • eindeutig pathologisch: >200 ng/ml
      • bei einem Wert, der 200 ng/ml übersteigt, ist vom Vorliegen eines Hypophysentumor|Tumors der Hypophyse (Prolaktinom) auszugehen.

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